Guess who is back

24. September 2018 7 Von MoritzHu

Ein Wunder ist geschehen ich schreibe doch tatsächlich einen neuen Blogeintrag!

Es ist nun einen guten Monat her, dass ich das letzte Mal geschrieben habe. In dieser Zeit habe ich mich in einem Gym angemeldet, in dem ich jetzt mit einem Lehrer aus der Moreson-Schule 3-mal die Woche trainieren gehe und habe viele neue Leute kennengelernt!

Der Monat ging los mit einer dicken Party, denn Konrad, auch ein Freiwilliger, hatte Geburtstag und alle Volunteers sind nach Windhoek gekommen. Konrad hatte am Sonntag, den 2.9. Geburtstag, somit hat es sich quasi nicht vermeiden lassen dort hinein zu feiern. Nach einer kurzen Nacht sind wir dann alle zusammen zum Kapana Markt gefahren um Mittag zu essen. Kapana Markt ist absolut geil: Man bekommt frisch zerhacktes und gegrilltes Fleisch mit Fatcakes (ähnlich wie Feuerspätze in Deutschland meinte jemand) und Porridge, dazu noch einen Tomaten-Zwiebelsalat und ordentlich von dem Gewürz Kapana-spices. Wie der Name schon verrät: ne scharfe Sache aber passt sehr gut und schmeckt hervorragend.

So sieht es im Kapana Markt aus

 

Ab Montag ging dann endlich die Schule wieder los und wir konnten anfangen in der Moreson zu arbeiten. Mein normaler Arbeitstag sieht wie folgt aus:

Um 10:30 Uhr geht die erste PE Stunde los. In dieser Stunde machen wir mit den Kindern so gut es geht Sport. So gut es geht, da die Junior 1 (vergleichbar  mit einer Klasse unter der 1. Klasse in Deutschland) sehr schwer dazu zu bewegen ist, ein wirkliches Sportspiel zu machen, wie zum Beispiel ein richtiges Fußballspiel. Mit diesen Kindern gehen wir also nur runter zum kleinen Kletterpark und den 2 Toren, geben ihnen ein paar Bälle und dann spielen die ganz von alleine das was sie halt können und wollen. Wir passen auf, dass es keine Schlägereien oder Verletzungen gibt. Nach einer Stunde bekommen wir dann die nächste Klasse, auch wieder für eine Stunde. Ich habe gemerkt: je älter die Kinder sind, umso besser kann man mit ihnen zum Beispiel Fußball spielen, aber ein richtiges Spiel kam bis dato nur bei den ältesten (ca. 17 Jahre alt) zustande. Und auch nur die Jungs haben gespielt, denn die Mädchen waren nicht dazu zu bewegen MIT den Jungs zu spielen, was ich auch nachvollziehen kann, da die Jungs ein äußerst körperbetontes Fußball spielen.

Um halb 1 ist dann auch diese Stunde zu Ende, und nachdem wir alles wieder aufgeräumt haben gibt es was zu essen und wir fahren zur Mittagspause heim. Momentan 2-mal die Woche machen wir dann nachmittags gemeinsam mit James, einem Lehrer der Moreson (auch mein Gym Partner;) ), Basketballtraining für das Special Olympics Team. Dieses Team besteht eigentlich aus 3 Jungs und 3 Mädchen, aber schlussendlich trainieren immer mindestens 10 Jungs und 5 Mädchen mit. Momentan deswegen, da dieses Team in Zukunft mit der DHPS (Deutsche Höhere Private Schule) 2-mal die Woche trainieren soll und wir noch nicht wissen, ob wir dann einfach zusätzlich noch 2-mal  Training machen sollen oder wir es beim Basketball dabei belassen und eventuell noch Fußball anbieten, um auch anderen Kindern die Chance auf ein Training zu geben.

Ein Schnappschuss vom Basketballtraining

 

Nach dem Basketballtraining habe ich dann einfach mal angefangen, mit meiner kleinen Box Musik zu spielen, und da die Jungs dann sofort getanzt haben und immerzu danach gefragt wurde, habe ich meine Box auch mal in der großen Pause ausgepackt und ein bisschen namibische Musik abgespielt. Ehe ich mich versah, tanzten 20 Kinder um diese Box herum und nochmal soviele standen da und haben die Musik einfach genossen. Auch die Autisten (6 Stück) standen mittendrin und haben fröhlich gewippt oder sogar getanzt. Viel von der Musik konnte ich persönlich nicht mehr hören, aber die Kinder waren überglücklich. Das hat auch die Schulleiterin Anita gesehen und hat mir dann prompt am nächsten Tag die dicken Boxen aus dem Musikraum gegeben, die ich dann angeschlossen habe und ne fette fette Party in der Pause am Tag drauf gestartet wurde. Das werden wir wohl jetzt jeden Freitag machen.

Die Anfänge des Tanzens, ich habe noch ein Video mit den guten Boxen aus dem Musikraum, das ist aber leider zu groß um es hier hochzuladen. Ich kann es aber gerne auf Whatsapp weiterleiten!

Die letzte Woche und auch in der kommenden Woche mussten wir zusätzlich eine Klasse komplett unterrichten, da die Lehrerin an beiden Händen operiert wurde. Bis jetzt eine äußerst nervenaufreibende Sache, da die Kinder (Jahrgang 2005/2006) total verschiedene Kompetenzen haben, sich sehr schlecht konzentrieren können und auch lieber Blödsinn machen als das, was wir ihnen sagen. Im Sport geht das um einiges besser.

An den Wochenenden waren wir fast immer unterwegs. Einen Sonntag waren wir in Rehoboth am Damm und haben uns diesen angeschaut. Letztes Wochenende sind wir an die Küste nach Swakopmund und Walvis Bay gereist. Dort kamen wir auch auf die Idee, uns gegenseitig die Haare zu schneiden/zu rasieren. Ich habe nun nur noch 13mm auf dem Kopf, finde es persönlich aber gar nicht schlecht, nur die Mama meint ich solle doch für Bewerbungen ein älters Bild nehmen 😉 .

 

Clint, Lucky und ich vor dem Damm

 

Meine neue Frisur

 

Am letzten Samstag waren wir ausserdem noch auf einem Rugbyspiel, in dem die namibische Nationalauswahl eine Art Testspiel gegen einen lokalen Club gespielt hat. Die Haupttribüne war gut voll, ebenso der ein oder andere Fan, was zu einer ausgezeichneten Stimmung geführt hat! Beim nächsten Spiel bin ich auf jeden Fall wieder am Start!

Unsere Sicht auf das Spiel

Konrad und ich genießen mit einem lokalen Produkt das Spiel

 

So nimmt mein Leben hier so seinen Lauf und in ein paar Tagen bin ich schon 2 Monate hier. Es fühlt sich wie 2 Wochen an. Wahnsinn. Ich melde mich wieder zu gegebener Zeit, nicht ungeduldig werden es läuft hier alles nach african time: wie James es formulierte: „If somebody is on time, people think he has nothing else to do“.