Da ist es passiert

15. Dezember 2018 2 Von MoritzHu

Da ist es passiert. Ich bin total im Alltag hier angekommen und habe vergessen euch auf dem Laufenden zu halten. Ich versuche im Folgenden die wichtigsten Ereignisse zusammenzufassen.

Der Oktober ging mit einem Event beim Deutschen Botschafter los. Wir, alle Namibia Freiwilligen vom ASC, wurden am 5. Oktober anlässlich des Tages der Deutschen Einheit zum Botschafter in seinen „Garten“ eingeladen. Dort waren natürlich nicht nur wir sondern ca. 100 Deutsche oder Partner der deutsch-namibianischen Zusammenarbeit. Ich habe mich ein bisschen gefühlt wie auf einem Familienfest, überall ältere weiße Leute und es gab Essen und Freibier. Das Event an sich war zwar ganz cool, aber auch nicht übertriebend spannend. Es gab eine kurze Rede vom Botschafter und eine eines Delegierten der Nam-Regierung, dann hat eine Schulklasse die beiden Hymnen gesungen, wobei das ü relativ schwer gefallen ist.

In der Schule hingegen wurde es richtig spannend. Denn neuerdings betreiben wir dort morgens vor den PE lessons eine Art Behindertenwerkstatt. Das Ganze läuft wie folgt: Ein lokales Unternehmen, das für Kunden Dokumente lagert, liefert in die Schule gebrauchte Büroklammern oder Ordner. Die Büroklammern werden dann von 6 unserer Schüler sortiert, das heißt kaputte und bunte Klammern raus und dann in kleine Tütchen à 100 Gramm verpackt. Die Ordner werden sauber gemacht und der Rücken neu beklebt. Das alles verkauft das Unternehmen dann wieder und der Ertrag kommt der Moreson Schule zugute.
Im Zuge dessen durften wir mit den Kids dieses Unternehmen besuchen. Ein sehr beeindruckender Ausflug und das gab dann auch nochmal einen ordentlichen Motivationsschub.

Aber auch bei unserem Basketball gibt es eine Neuheit! Wir trainieren nun nicht mehr „alleine“ auf unserem kleinen Feld sondern gemeinsam mit 4 nicht behinderten Schülern (2 Jungs, 2 Mädchen) der DHPS (Deutsche Höhere Privatschule) in der Sporthalle (!) der DHPS. Auch einen richtigen Basketballcoach haben wir jetzt der uns hilft, die Kids vorzubereiten. Die Halle ist ein absoluter Kulturschock für die Kinder gewesen. Man betritt diese Halle und ist zurück in Deutschland. Der typische Turnhallengeruch steigt einem in die Nase und die Ausstattung ist komplett aus Deutschland importiert. An der Wand hängt eine riesige Uhr (was in Deutschland ja üblich ist, aber hier ganz und gar nicht), was James doch ein wenig stört: „in this school you can not come central african time“, was soviel heißt wie: jetzt muss man ja pünktlich kommen und nicht immer 20min zu spät wie hier üblich. Auch eine riesen Sache waren die Wasserhähne auf der Toilette, denn diese funktionieren mit Sensor. Mika, vorbildlich nach dem Klo am Waschbecken und will sich die Hände waschen, doch da gibt es ein Problem: wie geht das Ding an? Er haut also 5 mal auf den Wasserhahn drauf doch nichts passiert. Verzweifelt und ein wenig von meinem Lachen angestachelt senkt er seinen Kopf um zu schauen, ob die Öffnung nicht vielleicht verstopft ist und in dem Moment, in dem der Kopf unter dem Hahn ist, reagiert der Sensor und Mika bekommt zu spüren, dass die Öffnung einwandfrei ist. Nun ist Mika der größte Fan von diesem Wasserhahn und das Erste, was er am nächsten Tag unserer Schulleiterin erzählt hat, ist, dass die Schule Wasserhähne hat die man nicht berühren muss und dass die Moreson solche unbedingt auch benötigt.
Nun hat aber auch das Training durch den Coach ein ganz anderes Niveau und macht den Kindern um einiges mehr Spaß.

Ende Oktober waren wir auf einem kleinen Elektrofestival und am letzten Oktoberwochenende waren wir alle auf dem Oktoberfest. Ja richtig: Oktoberfest. Bier und deutsche Volksmusik. Ne echt lustige Sache nur waren es ein wenig zu viele Nam-Deutsche. Ich feiere lieber mit schwarzen Namibianern (das sagt man so!).

In der ersten Novemberwoche waren schon wieder alle Freiwilligen hier in Windhoek und zwar zum 1. Seminar. Wir schliefen eine Woche alle in einem Backpackershostel und sprachen darüber wie es so läuft. Auch hatten wir 2 Events. Eines in der BAS ( Basketball Artist School) und eines im Goethe-Institut.

In der darauffolgenden Woche machten sich Clint, Konrad und ich mit dem Auto von Clint auf eine 9 stündige Reise auf: in das Owamboland nach Eehnana fast an der Grenze zu Angola. Dort übernachteten wir bei den dortigen Freiwilligen und schauten uns Samstagmorgen deren Schule und den Sportplatz an. Mittags ging es gemeinsam mit den beiden nach Ongwediva (80km). In einer Affenhitze fuhren wir dann erstmal zu Bennis-Park, einer Art Schwimmbad. Abends wurde  gebraait und mehr oder weniger gefeiert. Ich als Fahrer am nächsten Tag beendete den Abend aber relativ früh. Am nächsten Morgen zeigten uns die Ongwediva Freiwilligen noch wo sie arbeiten und danach fuhren wir auch schon wieder zurück nach Windhoek. Um 21:30 Uhr hatte ich dann auch Feierabend und bin todmüde ins Bett gefallen.

Donnerstag drauf dann der große Abend für die Kinder, das Christmasplay. Bei kuscheligen 30 Grad aber ordentlich Sturm führten die Kinder ein Grippenspiel auf und sangen Weihnachtslieder. Sehr surreal für mich als Mitteleuropäer.

Jetzt sind Ferien und es geht auf Weihnachten zu. Wie schnell die Zeit doch vergeht, jetzt bin ich schon 4 Monate hier. Über Weihnachten werden wir wohl alle in Swakop sein.

Ich wünsche euch allen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Viele Grüße